Backupgedanken zu jüngsten Ereignissen

Ein Backup machen ist super! Den meisten privaten Anwendern reichte es bis heute wohl aus, eine externe Festplatte anzuschließen und einfach von A nach B zu kopieren oder gar zu synchronisieren. Dabei war die externe HDD wahrscheinlich immer direkt mit dem Rechner verbunden. Im Normalfall reicht so etwas auch vollkommen aus. Es wird sich wohl nie jemand die Mühe machen, und die Platte jeden Morgen mit zur Arbeit nehmen oder in irgendwelche Schließfächern zu verstauen um sie abends wieder herauszuholen und an den Rechner anzuschließen und die Sicherung laufen lassen.

Was aber nun, wenn man in die noch junge Vergangenheit blickt und auf einmal eine unaufhaltsame Flutwelle den Rechner samt der externen Festplatte einfach ein paar Kilometer mitnimmt. Das man seine Daten wiederfindet dürfte extrem unwahrscheinlich sein. Man müsste also diesbezüglich seine Backupstrategie überdenken.

Und gerade da kommt mein doch so verhasstes Wort wieder zum Vorschein: „CLOUD“.

Der Hype  Cloud Computing reißt ja irgendwie nicht ab und wurde auch schon oft diskutiert. Im Grunde genommen setzt es sich im Businessbereich (gerade im Mittelstand) nur schwer durch, da alteingesessene Geschäftsführer ungern das wichtigste Kapital Ihrer Firma, nämlich die Kontaktdaten, außerhalb der eigenen vier Wände wissen wollen – verständlicherweise. Wir als Deutsche sehen da wahrscheinlich auch mehr Datenschutzrechtliche Probleme, als irgendein anderes Volk auf dieser Erde :-). Im Privatbereich gestehe ich Cloud Computing schon eher Chancen ein.

Im Folgenden stelle ich meiner Meinung nach die interessantesten Cloud Dienste für Backupstrategien (Datei-/Ordnerbasiert) vor.
Eine Auswahl an Cloud-Diensten für das Synchronisieren von Kalendern, Kontakten, Aufgaben, Notizen usw. kann man auch über den Suchschlitz seiner favorisierten Suchmaschine finden):

1. Die bekanntesten Cloud-File-Backup-Dienste dürfte www.dropbox.com,  www.sugarsync.com und www.box.net sein.

  • Riesen Nachteil in meinen Augen sind:
    • Wer möchte schon seine persönlichen Daten einem Amerikanischen Produkt überlassen?… ich nicht!
      (Einzige Lösung für dieses Problem wäre meiner Meinung nach in den Sync-Folder einen TrueCrypt-Container zu legen. Der sollte ausreichend verschlüsselt werden können.)
    • Kostenlose Variante gehen nur von 2 bis 5 GB… das dürfte bei der heutigen Datenansammlung mancher Haushalte gerade mal ein paar Wochen reichen 🙂
  • Vorteile:
    • Diverse MobileApps für Blackberry, IPhone, IPad, Android um auch mobil auf seine synchronisierten Daten zugreifen zu können.

 

2. Einen eigenen Server!

Wer den Vorteil genießt einen eigenen Server zu haben oder jemanden vertraulichen kennt der einen besitzt kann sich mit einfachen Windows/Linux oder MAC Boardhilfen ein lustiges, schnelles und zudem noch sicheres Online-Backup einrichten. Eine Nähere Beschreibung folgt, wenn ich mit meiner Toolsammlung (z.B: scp, sftp, ssh, webDAV usw.) dafür fertig bin und ein Beispiel an eigenem Leibe erfahren habe 🙂.

3. Windows Live Mesh (ehemals LiveSync) inkl. Windows Live Sky Drive

  • Ähnlicher Nachteil wie bei DropBox, man weiß nie, ob der amerikanische Präsident die Daten nicht doch in die Finger bekommt.
  • Vorteile:
    • Nette Windows Features, wie übertragen von Programmeinstellungen auf diverse Rechner
    • RDP Verbindungen möglich
    • Speicherplatz von 25GB
    • Daten können mit einem eigenen Passwort verschlüsselt werden.
    • „SkyDrive“ & „Live Mesh“ direkt in Office integrierbar.

 

Alle hier genannten Online Dienste bieten die Möglichkeit die Daten auch mit anderen zu Teilen. Von MAC-Dienten nehme ich aus politischen Gründen abstand, auch wenn es immer schwerer wird die MAC Produkte aus einem Unternehmen fernzuhalten J.

Im Grunde muss man abwägen was einem wichtiger ist… Das Backup der Daten und somit die Verteilung der Daten auf mehr als einen Standort (Lösung 1,2,3) oder das diese Daten keiner lesen darf (dann nur Lösung 2; wenn man es richtig macht). Hat man darauf eine Antwort fällt die Entscheidung leicht. Klar ist jedoch, dass man bei seiner Backupstrategie langsam umdenken muss. Nur noch lokal auf andere Datenträger sichern dürfte immer gefährlicher werden… wobei meiner Meinung nach OnlineDienste auch gefährlich sein können. Man muss sich bewusst sein, dass meine eine Menge Kontrolle aus der Hand gibt. Ist eben doch was anderes als nen 20 Tonnen Tresor, der bei einem im Keller steht, mit nem USB Stick drin :-).

Was meint ihr?
Welche Online-Backup-Strategien kennt ihr?
Welche nutz ihr?

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