Microsofts schwere Bürde (Internet Zugangsprogrammauswahl, Browserauswahl)

Seit letzter Woche bekommt jeder EU-Windows Rechner per „automatisches Update“ die kleine Software mit, in der der Benutzer selbst auswählen kann, welchen Browser er benutzen möchte. In der Auswahl sind bis zu 12 Browser vertreten. Die EU Kommission forderte Ende letzten Jahres diese Auswahlmöglichkeit um die Vormachtstellung des Konzerns zu brechen. Ihnen wurde der Marktabteil des IE (europaweit hat MS ca. 90% Marktanteil an PC und Laptops), wohl zu viel.

Verstehen kann ich diesen Schritt der EU-Kommission überhaupt nicht! Wenn die schon so anfangen, dann muss es solch eine Auswahl auf dem iPhone, unter Linux und vor allem bei Mac OS auch geben.

Als ob die Windows- Nutzer nicht selbst wüssten, wie sie einen weiteren Browser installieren und nutzen könnten. Und das nur wegen den nervenden „FireFox, Opera und Chrome„- Herstellern, die sich lauthals beschwert haben, dass sie keien Schnitte bekommen, weil der IE vorinstalliert ist… *Armutszeugnis!*.
Bringt doch (… ihr anderen Browser-Hersteller…) euer eigenes Betriebssystem auf den Markt und packt da euren Browser als Standardbrowser drauf (Google hat es mit Chrome OS versucht), dann habt ihr doch das was ihr wollt…

Noch ein letztes Wort zu den Leuten, die jetzt meinen, der IE wäre zu unsicher/unkomfortabel:

Schaut euch doch mal die Meldungen der letzten Wochen an. Andauernd heißt es Sicherheitslücke bei FireFox und Opera… Was sagt ihr nun?

… und welcher „Otto-Normal-Surfer“ braucht schon ne Wahnsinns Plugin-Verwaltung wie bei FireFox? Das nutzen doch nur wirklich die SEO’s, Webmaster usw.

Ich glaube der Marktanteil des IE’s wird nicht extrem schrumpfen. Ich werde das mal beobachten und hier ein paar Zahlen in den nächsten Wochen veröffentlichen.

PS: Opera profitiert bis jetzt am meisten vom Windows Browserauswahlmenü. Beim norwegischen Softwarehersteller stiegen die Downloads um 328 Prozent.

6 Gedanken zu „Microsofts schwere Bürde (Internet Zugangsprogrammauswahl, Browserauswahl)

  1. Das mit dem Browserauswahlmenü halte ich auf für absoluten Quatsch, auch wenn es der Browservielfalt wahrscheinlich gut tun wird. Für viel wichtiger würde ich z.B. halten, dass beim Computerkauf es auch möglich sein sollte, Computer ohne Betriebssystem zu kaufen.

    Aber:
    – soweit ich weiß hat nur Opera geklagt, Mozilla und Google hatten damit nichts zu tun
    – ja, bei MacOS oder auf dem iPhone müsste es sowas meiner Meinung nach sogar noch eher geben, als bei Windows, im Vergleich zu Apple ist MS ja richtig offen
    – bei Linux kommt es ja auf die Distribution an, es hängt ja von der Distribution ab, welcher Browser installiert ist, das ist ja nicht immer derselbe, manche haben auch von Anfang an mehrere installiert
    – ich glaube, ein großer Teil der Leute, die den Internet Explorer benutzen, wissen nicht mal, was ein Browser ist (da kommen dann so Hilferufe wie „ich hab das Internet gelöscht“, wenn die den Desktop-Shortcut aus versehen gelöscht haben), mein Eindruck in meinem Umfeld ist, dass von den Leuten, die Alternativen kennen, nur ganz wenige den IE verwenden
    – Google ist dabei, es zu versuchen, Chrome OS ist noch im Alpha- oder Beta-Stadium
    – natürlich hat jede Software Sicherheitslücken, besonders so was komplexes wie ein Webbrowser, aber die Anzahl dieser und, was noch viel wichtiger ist, die Zeit, bis die Lücken gefixt werden, sprechen deutlich gegen den Internet Explorer
    – ohne Plugins (besonders ohne Adblock-Plugin) möchte ich nicht mehr surfen und ich glaube, fast jeder, den ich kenne, der den Firefox benutzt, nutzt irgendwelche Plugins, von daher machts schon Sinn, so eine Plugin-Verwaltung zu haben

    Naja, vieles sind Eindrücke aus meinem Umfeld und meinen Erfahrungen. Aber ich bin mal gespannt auf konkrete Zahlen, welche Auswirkungen das jetzt wirklich hat.

  2. * Rechner ohne BS gibt es mittlerweile zu kaufen.
    * Zeit bis zum Patchen der Sicherheitslücke: Ich finde, da gibt sich MS und FF nix mehr. Ich kennen im FF Sicherheitslücken, die schon seit Ewigkeiten bestehen und nicht behoben werden.

    Andreas :

    mein Eindruck in meinem Umfeld ist, dass von den Leuten, die Alternativen kennen, nur ganz wenige den IE verwenden.

    Bei uns gibt es nur den IE, dafür aber immer im aktuellsten gepatchten Zustand. Ich habe bei meinem Umfeld noch keinen Rechner gehabt, der über eine Browsersicherheitslücke gehackt, gespooft oder in irgendeiner Form verseucht wurde.

  3. Ja, es gibt einige ohne BS, aber nicht alle. Ich finde, man sollte generell die Wahl haben, ob man ein Betriebssystem dazunimmt oder nicht. Und wenn man keins nimmt, sollte es dementsprechend weniger kosten.

    Ich hab jetzt keine aktuellen Zahlen da, aber das hier http://blogs.zdnet.com/security/?p=2786 bestätigt meine subjektives Wahrnehmung durch das Verfolgen von Heise. Und die Advisories bei Secunia (keine Ahnung, wie aktuell und vollständig die sind) sprechen auch ziemlich deutlich gegen den IE.

    Dann seid ihr da die Ausnahme. 😉

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