Über zwei Monate mit einem iPad im Business- & Privatbereich

Seit nun mehr als zwei Monaten bin ich wirklich Besitzer eines Apple iPads… wer hätte das jemals gedacht!

Gedrängt durch den technischen Fortschritt und ein mögliches Einsatzfeld der Tablets im Businessbereich bei uns in der Firma musste ich das Übel ( 🙂 ) über mich ergehen lassen und die Geräte für den Alltagsgebrauch ausgiebig unter die Lupe nehmen. Themen wie  (um nur die Grundlegensten zu nennen) Exchangeintegration (E-Mails, Aufgaben, Notizen und Kalender), Businesstauglichkeit (PDF, Powerpoint, Word, Excel usw.), VPN Anbindung u.v.m. müssen vor einem größeren Rollout natürlich ausgiebig getestet werden.

Schon die Bestellung der iPads + CarePacks war spannend. Ich wurde mit Sätzen wie: „Wollen Sie 25 oder 50 iPads abnehmen“ oder „Nein auf Rechnung geht die Zahlung nicht, da müssen wir erst mit Apple in Kalifornien sprechen“ am Telefon begrüßt… ich sags ja, Apple stinkt und die Konzernpolitik sagt mir einfach nicht zu, ganz zu schweigen von der „Verschlossenheit“ des iOS.

Dennoch hier mal eine etwas umfangreichere Auflistung an Vor- und Nachteilen. Wer dazu Fragen hat, kann ja einfach mal nen Comment posten.

Vorteile:

  • Zum Surfen, E-Mails schreiben, mit Kontakten und Kalender jonglieren… perfekt!
  • schnelles BS und die Bedienung mit dem Finger ist ohne zucken und ruckeln gut möglich
  • Webseiten im Safari lassen sich sehr gut und schnell skalieren und lesen
  • Meine zweijährige Tochter hat die Bedienung nach ein paar Tagen raus und springt zwischen Apps und Videos und Movies schnell hin und her.
  • PDF’s lassen sich schnell öffnen und komfortabel lesen
  • Wirklich entspanntes Lesen von eBooks, Webseiten oder anderem Material, auch über mehrere Stunden. Dabei ist auch das Gewicht sicherlich ausschlaggebend.
    Das Gerät liegt wirklich gut in der Hand
  • Word, Excel und Powerpointdateien sind gut „anzusehen“
  • Mit einem Stylo lässt sich gut darauf schreiben und somit steht dem papierlosen Notizen nichts mehr im Wege
  • Das Notebook kann komplett entfallen (kleiner Punktabzug: dennoch benötigt man einen Rechner um Daten zu Synchronisieren oder um das iPad überhaupt beim ersten Start einzurichten)
  • Gute Apps für einen IT-ler 🙂
  • IKEA-Katalog war schneller auf dem iPad als im Briefkasten 🙂
  • Super Skype App, macht spaß damit zu skypen
  • Remotesteuerung von Apple TV und der Privatfreigabe des iTunes bekommt von mir eine 1+!
  • Akkulaufzeit akzeptabel, sowohl bei Filmen, Lesen als auch beim Surfen. Bei extremer Nutzung ist das Laden einmal am Tage aber nicht auszuschließen

 

Nachteile:

  • Nervige Synch und Backup nur über iTunes
  • Ganz stabil ist das iOS auch nicht, diverse Male musste man es komplett neu booten oder die App hart killen um das Pad weiter zu benutzen. Auch eine komplette Neuinstallation habe ich schon hinter mir.
  • Es gehen nur 9 Webseiten gleichzeitig zu öffnen (In meinem Falle brauche ich mind. 12 Seiten, die ich regelmäßig aufrufe)
  • Extrem langsames iTunes beim iPad Connect. Die iPad Appverwaltung über iTunes ist dermaßen zuckelig, das macht keine Freude
  • Keine Schnittstelle um schnell mal eine Datei über USB oder ähnliches auszutauschen… und ja, ich habe diverse Apps ausprobiert… alles Schrott bis jetzt.
    Wer dafür aber eine Lösung haben sollte, darf hier gerne posten!
  • Kaufe ich Filme oder Musik über das iPad und habe einen unterschiedlichen iTunes Account auf Rechner und iPad muss ich andauernd den Movie wieder aktivieren.
  • keine Wunschliste im AppStore (extrem nervig)
  • Die Einkaufsstatistik im iTunes lässt sich nicht löschen. Was will ich mit der Auflistung von Apps, sie ich nach zwei Sekunden wieder deinstalliert habe?
  • Ein wenig enttäuscht war ich doch von der Qualität der Apps. Die Kracher Apps (egal ob privat oder Business) habe ich definitiv nicht gefunden oder kann da jemand welche empfehlen?
  • Notizen lassen sich mit iOS 4.3 nicht vom Exchange auf das iPad synchronisieren
  • Viele Schrott-Apps, sowohl Kostenlos als auch Kommerzielle… da ärgert man sich doch, wenn man diverse für 0.79 € kauft
  • Die eingebaute Kamera ist grottig und reicht höchstens für Schnappschüsse
  • Bearbeiten von Word, Excel und Powerpoint nicht so schön. Viele Apps verlieren die Formatierung oder verändern diese zu stark. Welche App könnt ihr da empfehlen?
  • Extremer Datentransfer, da kaum/keine Komprimierung der Daten. Wenn man sich für ein „mit UMTS“ iPad entscheidet lohnt auf jeden Fall NUR eine Flat!

Alles in allem ein Gerät für den Privatgebrauch alle Male. Ob es den Rechner oder das Notebook komplett abschafft, glaube ich nicht. Businessseitig müsste man noch mehr auf die Hersteller von VPN Tunnel Software warten, da nur ein komplett in das Firmennetz integriertes iPad oder Tablet wirklich Sinn macht. Außerdem fehlt noch eine Administrationssoftware, welche z.B. das Sperren des Appstores oder einen Firmeneigenen Appstore ermöglicht. Wer aber im Businessbereich nur mit E-Mail, Kontakten, Kalender und Notizen zu tun, für den wird das ein gutes Gerät sein.

8 Gedanken zu „Über zwei Monate mit einem iPad im Business- & Privatbereich

  1. Moin!

    Netter Artikel. Spiegelt meine Meinung wieder. Einige Anregungen:

    1) Dateien „einfach“ per USB transferieren
    Geht mit Good Reader und einem kleinen freeware Tool „relativ“ gut (Good Reader USB Synch, oder so)

    2) Notizen und Aufgaben synchen
    Geht native in der Tat nicht, aber mit „IMExchange2“ (kostenpflichtig) recht gut

  2. Ha, das werde ich gleich mal ausprobieren. Dennoch muss ich das über einen Rechner synchen und kann nicht einfach nen Stick anschließen.

    PS: Ich habe auch schon von ihrem unbenutzen Playbook gehört 🙂

  3. Sie irren. Es besteht die Möglichkeit, den App Store zu sperren. Auch kann ein firmeninterner App Store eingerichtet werden. Allerdings wirkt eine solche Sperre motivationshemmend für die Mitarbeiter. Sagt jedenfalls meine Erfahrung.

  4. Motivationshemmend wenn der AppStore fehlt oder ein wahnsinns Administrationsaufwand und Ablenkung vom eigentlichen Gebrauch und täglichem Geschhäft. Das Gerät soll beim Verkaufen supporten und nicht als Motivationshilfe dienen.

    Ja, es gibt Lösungen, die den AppStore sperren, allerdings ist die Auswahl an Anbieter sehr sehr spärlich, so dass es einfach noch nicht interessant genug ist.

  5. @Tobi

    Unbenutzt in Bezug auf das Playbook, würde ich so nicht sagen. Es wird schon genutzt, aber bei Weitem nicht in dem Umfang wie das iPad…

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